StroofKOLLEG

Montag, 2018-05-28

Ort: Bürgermeister-Stroof-Haus, Adelheidisstraße 3, 53225 Bonn (Vilich)

Hexen, Folter, Scheiterhaufen - Bonn als ein Zentrum der Hexenverfolgung im 17. Jh.

Der Referent Jochen van Üüm ist 1945 in Mülheim an der Ruhr geboren. An der Universität Bonn studierte er Rechtswissenschaften, Geschichte und Politologie. Danach war er als Volljurist u.a. 12 Jahre in der Stadtverwaltung Frechen tätig. Nach seiner Pensionierung verlegte er sich auf das Hobby, Stadtführungen durch Bonn anzubieten („Nachtwächter-Fackeltour“, „Hexen, Folter, Scheiterhaufen …“).

Bei der Vorbereitung der Nachtwächter-Fackeltour erfuhr er, dass im Jahre 1628 Elisabeth Kurzrock, die Wirtin der Gaststätte „zum Blomen“ (heute: „Em Höttche“) in Bonn als Hexe verbrannt worden war. Das machte ihn stutzig: 1628 – das war nicht mehr das „finstere Mittelalter“, sondern schon die Neuzeit. Tätig geworden war hier auch nicht die Inquisition, sondern ein weltliches Gericht. Und die Dame war auch kein armes Kräuterweiblein oder eine Hebamme, sondern die Witwe eines hochgestellten Bonner Schöffen und Bürgermeisters gewesen. Seine gesamte Vorstellung von der Hexenverfolgung geriet ins Wanken.

Er begann zu forschen und stellte bald fest, dass im selben Jahr in Mehlem sogar ein Mann hingerichtet worden war, angeblich weil er sich nachts in einen „Werwolf“ verwandelt hatte. Im Jahr darauf schrieben die Bonner Jesuiten in ihren Annalen: „Allein im Jahre 1629 haben wir fast 50 Verurteilte zum Scheiterhaufen begleitet“. Und auch in den folgenden Jahren wurden in Bonn und Umgebung (u.a. Vilich, Schwarzrheindorf, Siegburg) unter Berufung auf die damals erlassene Hexenverordnung des in Bonn residierenden Kurfürsten Ferdinand viele weitere Menschen dem Scheiterhaufen übergeben –  allein durch das Wirken des hier teuflisch agierenden, berühmt-berüchtigten Hexenkommissars Dr. jur. Franz Buirmann mehr als 200 Menschen – Frauen wie Männer, Arme wie Reiche.

Lernen Sie in diesem spannenden Vortrag ein dunkles Kapitel von Bonn kennen. Danach laden wir Sie zu einem geselligen Ausklang „bei einem Glas Wein“ ein, der auch Gelegenheit zur Vertiefung des Themas bietet. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

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