Oktober 2018: Denkmalschutz für den Beueler Pfarrfriedhof

Der gefährdete Mammutbaum
Der gefährdete Mammutbaum

Der Denkmal-und Geschichtsverein Bonn-Rrh. hat die Denkmalbehörde der Stadt Bonn aufgefordert, den Pfarrfriedhof von Beuel auf seine Denkmalwürdigkeit zu überprüfen.  Der pfarreigene Friedhof der kath. Kirchengemeinde St.Josef und Paulus Beuel, im Straßendreieck Sankt Augustiner-, Combahn- und Kreuzstraße gelegen, steht derzeit in der öffentlichen Diskussion. Der Presse zufolge geht es dabei a) um Umgestaltungspläne der Friedhofsbetreiberin, die mit ungewöhnlichen Baumfällaktionen verbunden sind, sowie b) um eine flächenmäßige Verkleinerung zugunsten einer Verbreiterung der öffentlichen Verkehrsfläche der Sankt Augustiner Straße (B 56).

 

"Vor diesem Hintergrund", so der Denkmalverein in seiner Eingabe an das Denkmalamt der Stadt Bonn, "wird natürlich auch die Frage der Bedeutung dieses Friedhofs aus der Sicht von Denkmalpflege und Denkmalschutz laut. Uns wundert, dass der Friedhof nicht (längst) unter dem gesetzlichen Denkmalschutz steht - als Ganzes oder auch nur in Teilen oder auch nur hinsichtlich einzelner Grabstätten. Für alle drei Sichtweisen gibt es", so der Verein, "hinlänglich gute Argumente."

St. Christophorus-Skulptur
St. Christophorus-Skulptur

Zu den historischen Fakten teilt der Verein mit: Nach der Errichtung der Beueler Pfarrkirche St. Josef als Tochterkirche von Vilich in einem ersten Bauabschnitt 1883 und nach erlangter Pfarr-Unabhängigkeit 1887 wurde bereits wenig später dieser Pfarrfriedhof eingeweiht. Aus dieser Zeit könnten auch einige der in der öffentlichen Diskussion stehenden Bäume stammen, auf jeden Fall der als Landmarke wirkende gewaltige Mammutbaum (Sequoia) an der Sankt Augustiner Straße: Von dieser Art und Güte dürfte es im Beueler Straßenraum nur insgesamt drei Exemplare geben; die beiden anderen stehen in Vilich vor der Stiftskirche und in Oberkassel an der Königswinterer Straße auf dem Gelände der DLR, Nähe Polizeipräsidium. Deren Alter wird von Fachleuten auf etwa 130 Jahre geschätzt. Eine wesentliche Verkleinerung hat der Friedhof bereits 1954 mit einer erstmaligen Verbreiterung der Sankt Augustiner Straße, ehem. "Vilicher Straße" erfahren; in ihrer Folge ist die kunstvoll gefügte Bruchsteinmauer mit der St. Christophorus-Skulptur entstanden.

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