3. Oktober 2016: Informationstafel für den Vilicher Stiftstorbogen

Informationstafel
Informationstafel

Seit nunmehr 400 Jahren markiert der Vilicher Stiftstorbogen die einstige Hauptzufahrt zum Vilicher Adelheidisstift. An die 70 Bürgerinnen und Bürger folgten am Tag der Deutschen Einheit der Einladung des Denkmalvereins und des Vilicher Bürgervereins, um an der mittelalterlichen Immunitätsmauer den runden Geburtstag des so formschönen Torbogens zu feiern. Dabei brachte der Denkmalverein an dem Bauwerk eine Geschichtstafel an, der weitere der gleichen Art im gesamten historischen Ortsbereich folgen sollen. Dazu hat der Verein eigens ein Signet entwickelt, das sich an der Kontur des Vilicher Ortspanoramas orientiert.

Angeregt durch die Enthüllung der Informationstafel an der Wand des Bauwerks kam es zu vielfältiger Begegnung mit Vilichs reicher Geschichte. Carl J. Bachem, Vorsitzender des Denkmalvereins, präsentierte dazu einen Abriss der Geschichte von Stiftstorbogen und Stiftspfortenhaus.

Das um 978 gegründete Stift Vilich ist seit 800 Jahren von einer hohen Bruchsteinmauer umgeben, die größtenteils bis heute erhalten ist. 1616, also vor 400 Jahren, wurde über der einzigen Durchfahrt durch diese Immunitätsmauer ein hoher Rundbogen aus Trachytgestein des Siebengebirgs errichtet, eingefasst von einer Wand aus Bruchstein, die die Statik zu sichern hatte. Das tat sie denn auch, bis sie 1970 im Zuge des Neubaus des Nachbargebäudes zum Einsturz kam. Im Jahre 2000 hat der Denkmalverein dasTorbogen-Bauwerk wegen seiner ortsbildprägenden Bedeutung wieder aufgebaut, was er sich 35.000 DM  kosten ließ.

1785 war der Torbogen in ein neu errichtetes Pfortenhaus eingebunden worden, in dem unten das Stiftsarchiv und das Kapitelzimmer und im ersten Stock die Wohnung für eine der Stiftsdamen war. Nach der Säkularisation war dieses Stiftsgebäude u. a. an den Industriepionier L. Bleibtreu verpachtet; später war darin die Rentmeisterei der neugegründeten Gemeinde Vilich untergebracht gewesen.

Eine geschichtliche Gesamtdarstellung von C. J. Bachem finden Sie hier.

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